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Treffen beim Schweizer Bildungsfestival in Weggis im August 2009

mit Dr. Frédérick Leboyer

 

leboyer

Frédérick Leboyer, geboren 1918, war lange Jahre Frauenarzt und Geburtshelfer in einer Pariser Klinik. Schon früh wandte er sich von einer Medizin ab, die zunehmend technokratischer wurde und sich damit immer weniger menschlich zeigt. In Indien, wo er sich wiederholt längere Zeit aufhielt, bekam er wesentliche Anregungen für eine neue Sichtweise von Geburt und Mutterschaft und löste in seinen Publikationen und Vorträgen folglich eine weltweite Bewegung für die "Geburt ohne Gewalt" aus. Er wird zu Recht als der Pionier der sanften Geburt bezeichnet. Bereits 1973 trat er konsequent für eine Geburt ohne Gewalt ein, bei der er sich der Leiden des Kindes während einer modernen, hochtechnisierten Klinkgeburt anzunehmen begann. leboyer2


Damals wie heute entsprach er mit dieser Haltung dem Bedürnis unzähliger werdender Eltern. Der Begriff der "sanften Geburt" wurde vielfach missverstanden und als Metapher für Schmerzfreiheit und Mühelosigkeit bei Mutter und Kind aufgefasst. Frédérick Leboyer ging es aber nicht nur um die Verbesserung der physischen Belange, sondern stets auch um die spirituelle Dimension des Geburtserlebens, darum, dass in diesem Akt der Geburt eines Kindes "viel mehr liegt, als das Auge sieht".

Für mich war es ein ganz besonderes Erlebnis, diesen Mann kennen zu lernen.

J.M.

 

 

 

 

"Die Geburt ist ein Sturm.
Ein mächtiger Strudel
ergreift uns und bringt uns in diese Welt.
In diesem wilden, tobenden Meer
ist das Neugeborene ein winziges Boot,
das versucht, durch den Wahnsinn hindurchzusegeln.
Der Augenblick, wenn der kleine Abenteurer
seinen Fuss an unser Ufer setzt,
ist einfach unbeschreiblich.
Als täte sich ein Spalt auf.
Ein Spalt, durch den das Kind zu uns schlüpft,
ein Spalt, durch den uns die Ewigkeit berührt."

Dr. F. Leboyer

 

 

Veröffentlichungen
«Geburt ohne Gewalt»
«Sanfte Hände: Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage»
«Atmen, singen, gebären»
«Das Fest der Geburt»